Kommunalwahlprogramm der Bonner CDU 2009 – 2014 „Aus Liebe zu Bonn!“

Gesellschaftliche Teilhabe

Teilhabe behinderter Menschen - Die Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen in Bonn ist der Bonner CDU ein wichtiges Anliegen. Die gesellschaftliche Integration umfasst für uns viele Lebensbereiche – z.B. die Integration in Kindertagestätten, an Schulen, in Vereinen, auf dem Arbeitsmarkt oder im Wohnumfeld. Hierzu zählen u.a. die schulische Integration durch gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder sowie die Gleichstellung behinderter bzw. in ihrer Mobilität eingeschränkter Menschen. Die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums ist in den vergangenen Jahren schon ein gutes Stück vorangekommen, nicht zuletzt dank des Einsatzes der Behindertengemeinschaft Bonn e.V., der Stadtwerke Bonn (SWB) und des Rates der Stadt Bonn. So ist es u.a. gelungen, den Behindertenfahrdienst und insbesondere den Fortbestand des Gustav-Heinemann Hauses in neuer Organisationsform zu sichern. Dennoch sind weitere Aktivitäten zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben erforderlich, um insbesondere das Ziel der Barrierefreiheit zu erreichen.

Fürsorge für benachteiligte Menschen - In Bonn gibt es eine Vielzahl von Menschen mit unterschiedlichen Benachteiligungen wie z.B. Suchtkranke oder Wohnungslose. Die CDU setzt sich für eine sozialverträgliche Betreuung dieser Menschen ein mit dem Ziel, ihnen wieder die Möglichkeit zur Teilnahme am alltäglichen Leben zu schaffen.

Ehrenamt - Gesellschaftliche Teilnahme - Das ehrenamtliche Engagement ist ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens und Zusammenhalts. Dies muss bei den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen über Vereine, Initiativen, Nachbarschaftsgruppen gestärkt, anerkannt und gefördert werden. Vieles kann ohne Ehrenamtler nicht mehr geleistet werden. Ob bei privaten Initiativen oder bei städtischen Angeboten – ohne die vielen Freiwilligen hätte Bonn niemals ein so breit aufgestelltes soziales Netz. Das sollte noch ausgebaut werden.

Die Bonner CDU würdigt und fördert die Leistungen und die soziale Verantwortung, die unsere Kirchen, Vereine und andere Institutionen und Gruppierungen aus den Bereichen Kultur, Brauchtum, Sport und Freizeit erbringen. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung unseres Gemeinwesens sowie zur Erhaltung der kulturellen Identität unserer Stadt. Der Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiter messen wir eine besondere Bedeutung bei.

Generell gilt für uns: Das Ehrenamt von z.B. Eltern, Jugendlichen, Senioren, Fördervereinen und Selbsthilfeorganisationen sollte noch stärker betont werden, aber nicht – wie weitgehend üblich – als Notnagel oder unmündige Unterstützung hauptamtlich besetzter Strukturen, sondern als wesentliche Faktoren einer solidarischen Gesellschaft. Eine von uns initiierte und mit Vergünstigungen versehene Ehrenamtskarte soll noch in diesem Jahr als Dank für geleistetes Engagement eingeführt werden. Eine Ehrenamtsagentur wurde vor einigen Monaten auf Antrag der CDU-Fraktion eingerichtet und arbeitet bereits erfolgreich.

Wir unterstützen den Ausbau des „Rucksackprojekts“ für Frauen mit Migrationshintergrund, deren Kinder im Vorschulalter eine Kindertagesstätte besuchen, zur Sprachförderung im Elementarbereich.

Wir unterstützen den Ausbau des Projektes Familienpaten, die als ehrenamtlich Tätige Familien helfen und so dazu beitragen, Überforderungen abzubauen.

Wir unterstützen das Ehrenamt bei Jugendlichen als „Stadtteilbotschafter“. Das Engagement von Jugendlichen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzten, sollte stärker gefördert und wertgeschätzt werden. Positive Beispiele haben Signalwirkung und motivieren andere, sich ebenfalls zu engagieren.

Seniorenpolitik – Generationsgerechtes Wohnen - Die Bevölkerungsgruppe der Senioren wird immer größer: Viele stehen bis ins hohe Alter „mitten im Leben“. Wir möchten die Älteren unterstützen, dass sie diese aktive Lebensführung und Selbständigkeit so lange wie möglich erhalten können. Auf der anderen Seite müssen hilfsbedürftige ältere Menschen die erforderliche Betreuung und Pflege erhalten.

Pflege in der Familie und Nachbarschaftshilfe werden wegen des demografischen Wandels und der beruflich erforderlichen Mobilität immer schwieriger. Deshalb sind Wohnformen, die ein Zusammenleben der Generationen mit dem Ziel der gegenseitigen Unterstützung bieten, notwendig und tragen zum Miteinander von Jung und Alt bei.

Wir brauchen nicht nur den weiteren Ausbau der Betätigungsmöglichkeiten für aktive Senioren, sondern auch neue Wohnmöglichkeiten für Senioren und den weiteren Ausbau der Plätze für Demenzkranke.

Die Bonner CDU will

- die Angebote für Senioren in den Bereichen Sport, Kultur und Freizeit verbessern,
- eine Agentur für ehrenamtliche Seniorenarbeit schaffen, über die ältere Menschen ihre beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen vor Ort einbringen können,
- Projekte des selbstbestimmten Wohnens im Alter fördern, z.B. im Rahmen neuer Wohnformen für Jung und Alt,
- die häusliche Pflege komplementäre Dienste stärken, damit die Menschen möglichst lange zuhause wohnen können statt in einem Senioren- oder Pflegeheim leben zu müssen,
- die Einrichtung von weiteren „Mehrgenerationenhäusern“ als Treffpunkt für alle Generationen unterstützen,
- eine Stadtplanung, die sich an den Bedürfnissen aller Generationen ausrichtet, ein generationsübergreifendes Wohnen sowie barrierefreie und sichere Verkehrswege für Fußgänger und Radfahrer ermöglicht,
- den Ausbau der Seniorenbegegnungsstätten als Seniorenzentren mit breitem Beratungsangebot

Lebendige Stadt für Mitbürger mit Migrationshintergrund - Bonn ist heute Lebensmittelpunkt und neue Heimat für viele ausländische Migranten. Ihre Integration ist eine wichtige Aufgabe unserer Stadt. Die Bonner CDU setzt sich für ein friedliches Zusammenleben mit unseren Mitbürgern mit Migrationshintergrund bzw. Mitmenschen mit anderen kulturellen und religiösen Bindungen ein. Wir achten ihre Bindungen und begegnen ihnen mit Respekt und lehnen entschieden jede Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt ab.

Für uns bedeutet erfolgreiche Integration das Zusammenleben der Zugewanderten und der Einheimischen in unseren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen bestehenden Strukturen auf der Grundlage unserer Verfassung und unserer Grundwerte. Hierzu erwarten wir die aktive Bereitschaft der Zugewanderten. Integration bedeutet zugleich die Akzeptanz kultureller Verschiedenheiten auf der Basis dieser Grundwerte. Gute Deutschkenntnisse sind eine wichtige Voraussetzung zur Integration.

Die CDU steht für eine systematische Förderung der Integration, die zur politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe der ausländischen Mitbürger führen soll. Diese sind ihrerseits aufgerufen, daran aktiv mit zu wirken. Wir halten es für wichtig, engere Kontakte zu den Migranten aufzubauen und die Dialoge auf allen Gebieten voranzutreiben. Hilfe leisten dabei seit einiger Zeit z.B. „Integrationslotsen“, die die CDU in ihrem Integrationskonzept gefordert hat.

Die Bonner CDU will

- gezielte Maßnahmen zur Sprachförderung, zur Bildung und Ausbildung von Migranten fördern,
- eine integrative Förderung und Unterstützung ausländischer Studierender,
- den interkulturellen und interreligiösen Dialog unterstützen,
- die integrative Wirkung des Sportes in der Kinder- und Jugendarbeit stärker nutzen,
- stärkere Bindungen zwischen Migranten und ansässigen Vereinen, Verbänden und traditionellen Institutionen fördern,
- die Bonner Altstadt in den Veranstaltungskalender des „Bonner Sommers“ einbeziehen,
- den ehrenamtlichen Einsatz von Personen zur Förderung der Integration stärken.

Für uns als christlich orientierte Partei hat die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit einen hohen Stellenwert. Daher müssen alle Religionen in Bonn die Möglichkeit haben, ihren Glauben zu leben. Dazu gehört z.B. auch die Errichtung von Moscheen. Mit der Zunahme weiterer Religionen in Bonn wird die Notwendigkeit eines interreligiösen Dialogs immer wichtiger. Der Dialog stößt jedoch bei Gruppierungen, die Menschenrechtsverletzungen, Gewalttaten und Demokratieverbote mit ihren Glaubensvorstellungen rechtfertigen, an seine Grenzen.